An Corona erkrankt und wieder gesund! - ein offener Brief von Hr. Schlien

coronaerkrankt

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern,

als eine der ersten Personen in Berlin wurde ich nach der Rückkehr aus unserem Skilager positiv auf das Corona Virus getestet. Das ist nun 20 Tage her und seitdem hat sich unglaublich viel in unserem Tagesablauf und dem der gesamten Welt verändert.  
Was für viele von uns vielleicht als „schulfrei“ begann, entwickelte sich in rasender Geschwindigkeit zu einer Krise, die mittlerweile alle Gesellschaften der Welt beeinflusst. 
Dabei geht es zum einen um das Virus selbst, welches vor allem Menschen mit Vorerkrankungen (Asthma, Infektionskrankheiten, Immunschwäche…) und Ältere, wie eure Omas und Opas stark gefährdet, zum anderen auch darum, dass viele Arbeitsplätze bedroht sind.  

Wer die Aussagen von Politkern und Wissenschaftlern verfolgt, wird festgestellt haben, dass diese Phase nicht in ein paar Tagen vorbei sein wird, sondern Wochen und vielleicht sogar Monate andauert. Wie lange und wie ernst diese Krise letztlich wird, hängt, wie unsere Bundeskanzlerin sagte, auch vom Verhalten eines jeden Einzelnen ab.  Bitte informiert Euch im Fernsehen und auf seriösen Seiten im Internet (Berlin.de, Tagesschau.de, Spiegel.de und viele mehr), fragt mehrere Erwachsene (weil Einzelne nicht unbedingt mehr wissen als ihr) und wendet euch auch weiterhin an eure Lehrer*Innen und unsere tollen Sozialarbeiter*Innen. Bitte glaubt aber nicht ungeprüft Whatsapp, Insta, Facebook oder sonstigen Nachrichten, die sich alle hin und her schicken. Da steht zum Teil auch richtig viel Blödsinn drin. 

Nach 20 Tagen in Quarantäne kann ich euch versichern, dass es auch Erwachsenen super schwerfällt, immer drin zu bleiben, immer Abstand zur eigenen Familie zu halten. Ich lief zu Hause oft mit Mundschutz und Handschuhen rum und habe mir die Hände zigmal am Tag gewaschen. Und ich weiß, dass die kommenden Wochen für euch noch viel schwerer werden als für mich, da ihr viel mehr Energie und das Bedürfnis habt, euch regelmäßig mit Freunden zu treffen. Doch das müsst ihr versuchen, einzuschränken und haltet euch bitte von Blödsinn fern. 

Ich möchte vor allem aber auch Hoffnung verbreiten. Ich bin wieder vollständig genesen und wahrscheinlich sogar für ein paar Monate oder Jahre immun gegen das Virus.  Zudem haben wir es in der Familie geschafft, dass sich weder meine Kinder, meine Freundin noch die Omas angesteckt haben. 

Da ihr alle jung, gesund und stark seid, wird das Virus, selbst wenn ihr es bekommt, oft spurlos an Euch vorbei gehen. Manche werden es vielleicht gar nicht merken, dass sie es haben. Das ist aber die größte Gefahr für eure Omas und Opas – diese stecken das leider oft nicht so gut weg. Also seid vorsichtig, und denkt an die Hygienevorschriften. Zudem seht ihr an mir, dass das Virus auch länger als 14 Tage in einem bleiben kann. Seid also im Umgang mit Risikopersonen auch danach noch besonders vorsichtig.  

Außerdem möchte ich betonen, dass die Schulschließung nicht bedeutet, dass man jetzt die ganze Zeit zocken und Youtube schauen kann. Die Lehrer*Innen stellen euch über verschiedene Wege Materialien zu Verfügung, die ihr bearbeiten müsst. Es wird sich auch einspielen, dass es zu einen Austausch der Ergebnisse kommt. In dünn besiedelten Ländern wie Kanada, Island, Norwegen wird so seit Jahren schon richtig viel unterrichtet. Das geht, macht auch Spaß und stärkt die Eigenverantwortung. Zudem könnt ihr so im Unterricht Kippeln, Quatschen, Essen und sogar Musik hören. Das ist doch auch mal toll. 

Ich verspreche insbesondere den „Großen“ aber auch den Jüngeren, dass das Kollegium, Frau Albe, Herr Herold, das Sekretariat, das Land Berlin und alle Beteiligten alles versuchen, dass ihr eine faire und gute Chance auf erfolgreiche Prüfungen bekommt. Trotzdem wird es manchmal holpern. Bitte versteht das und nehmt Rücksicht. 

Lernen aber, müsst ihr selbst und es wird nach der Krise umso wichtiger sein, dass man einen guten Schulabschluss hat. Versucht regelmäßig von morgens an mindestens 3 Stunden selbstständig zu arbeiten, helft euch über Videokonferenzen, fragt eure Eltern und Geschwister (da könnt ihr mal schauen, was die noch wissen) und nutzt auch das eine oder andere Tutorial, um Dinge zu verstehen. 

Habt viel Kraft, schaut positiv in eure Zukunft, und vergesst weder das Lernen noch Spaß zu haben. Wenn jemand direkt oder indirekt vom Virus betroffen ist und mit mir darüber reden möchte, kann gerne über die Klassenleitung oder das Sekretariat einen Kontakt zu mir herstellen. 

Liebe Grüße, euer Herr Schlien.